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Hatten die Griechen noch andere Blasinstrumente? |
Aus Radl.at
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Zunächst die uralte Syrinx, die Pansflöte, die wir auch bei den Chinesen als Siao kennen, eine abgestufte Reihe verschieden langer Rohre ohne Tonlöcher, deren jedes daher nur einen Ton geben konnte. Jedenfalls erhielt die Syrinx die Stimmung einer diatonischen Skala (die Angaben schwanken zwischen sieben und neun Röhren) und wurde angeblasen wie hohle Schlüssel. Ein Kunstinstrument war die Syrinx nicht, sondern diente Hirten in ihrer ländlichen Einsamkeit zur Unterhaltung. Im zweiten Jahrhundert vor Christus taucht aber, noch primitiv zwar, aber doch als unverkennbarer Vorfahre des heutigen Instruments, die Orgel auf, eine Reihe verschieden gestimmter Pfeifen ohne Tonlöcher, die auf einem Kasten angebracht waren und nicht mit dem Mund, sonder mittels künstlich erzeugten Windes (durch Bälge eingepumpte Luft durch Wassergewicht komprimiert und reguliert) angeblasen wurden, sobald der Spieler durch Öffnen primitiver Ventile den Wind den Weg zu den Mundstücken öffnete. Abgesehen vom Wasser, das man später aus Gründen der Haltbarkeit durch Gewichte ersetzte, hielt sich die Orgel Jahrhunderte unverändert. Der Erfinder der Wasserorgel war der Mathematiker und Mechaniker Ktesibios aus Alexandria. Von allen sonst genannten Blasinstrumenten hatte nur die schon erwähnte metallene Trompete (Salpinx) eine grössere Bedeutung, zunächst als Herolds- und Signalinstrument im Krieg wie bei den Festspielen in Olympia, ferner bei feierlichen, gottesdienstlichen Aufzügen, und schliesslich sogar zu musikalischen Wettkämpfen in Olympia, die wohl hauptsächlich Kraftproduktionen waren (Herodoros von Megara - um 300 v. Chr. - siegte zehnmal und verstand es sogar, zwei Trompeten auf einmal sehr stark anzublasen). Diese Trompeten waren gerade Tuben und stammten aus Ägypten, von wo sie die Tyrrhener übernommen hatten. Ein ähnlich gekrümmtes Instrument hiess Keras (Horn), ursprünglich wohl ein Stier- oder Widderhorn, wie wir es bei den Hebräern fanden, auch die ausdrücklich "ägyptische" genannte Chnue war etwas ähnliches. Andere Kriegstrompeten unterschieden sich nur durch die Gestalt des Schallbechers, dem man vielfach die Gestalt von Tierköpfen gab. Die "medische" Trompete hatte ein Rohrblattmundstück. Dass die Griechen besonders für den lärmenden, orgiastischen Dionysoskultus auch allerlei Schlag- und Klapperinstrumente benötigten, versteht sich, desgleichen, dass sie dieselben von den Ägyptern übernahmen. Siehe auch |