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Tonregionen Grundskala Oktavlagen |
Aus Radl.at
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Das gesamte Tongebiet, d. h. der Inbegriff der verschieden klingenden Töne, erscheint uns als von einer mittleren Region aus sich nach der Höhe und Tiefe hin ins Unhörbare verlierend. Diese sogenannte mittlere Tonregion bilden die allen menschlichen Singstimmen gemeinsamen Töne. Die Frauenstimme erscheint höher als die Männerstimme; Töne, die nur noch Frauenstimmen möglich sind, erscheinen als hoch, und solche, die nur noch Männerstimmen möglich sind als tief; die jenseits der Grenzen der Frauen- und Männerstimmen liegenden Töne erscheinen als sehr hoch und sehr tief. Die Zahl der innerhalb dieses Tongebietes möglichen Töne verschiedener Höhe ist eigentlich eine unbegrenzte. Doch hat die praktische Musikübung seit alters sich auf die Auswahl einer mässig grossen Anzahl verschieden hoher Töne beschränkt. Die Erfahrung seit Jahrhunderten lehrt, dass die Melodieerfindung immer wieder auf dieselben einfachsten Verhältnisse verfällt; gewisse Unterschiede der Tonhöhe erscheinen als die durchweg festgehaltenen, beim Übergange von der Tiefe zur Höhe oder umgekehrt üblichen Stufen, und es hat sich daher der Begriff einer Stufenfolge, Leiter oder Treppe aus der Tiefe in die Höhe des Tongebietes herausgebildet. Diese Reihenfolge wurde bereits von den Völkern des Altertums mit den Buchstaben des Alphabets benannt, und auch heute bezeichnen wir dieselbe in analoger Weise. Doch hat sich an Stelle oder neben der Buchstabenbenennung der Tonfolgen seit ca. 900 Jahren eine anschaulichere Darstellung der Tonhöhenunterschiede in schriftlicher Aufzeichnung eingebürgert, welche durch Punkte auf einem durch Linien abgeteilten Raume die Töne nach ihrer höheren oder tieferen Stellung sofort als höhere oder tiefere kenntlich macht, wobei die Linien genau den Unterschied der Tonhöhe feststellen: <lilypond>\clef violin g e b d f g a b</lilypond>
Die sieben für die Benennung der Tonstufen angewendeten Tonbuchstaben sind: c d e f g a h <lilypond>\clef violin \relative c' { c^\markup c d^\markup d e^\markup e f^\markup f g^\markup g a^\markup a b^\markup h c^\markup c'} </lilypond>
Indem man nun statt dieser kleinen Buchstaben grosse setzt, bezeichnet man die nächsttieferen gleichklingenden Stufen, welche bereits unter die Grenze der Männerstimmen hinabreichen. Da an achter Stelle von jedem Tone aus der gleichnamige wiederkehrt, so heisst dieser dessen Oktave (vom lateinischen octavus "der Achte"). Weitere höhere Oktavwiederholungen der sieben Töne unterscheidet man durch Striche über oder Zahlen rechts oben neben den kleinen Buchstaben (Töne der ein-, zwei-, drei-, viergestrichenen Oktave), weitere tiefere Oktavwiederholungen durch Striche unter oder Zahlen links unten neben den grossen Buchstaben (Kontra- und Doppelkontra-Töne). Die tiefsten musikalisch brauchbaren Töne liegen zwei Oktaven unter den durch die grossen Buchstaben angezeigten, die höchsten vier Oktaven über den durch die kleinen Buchstaben angezeigten. <lilypond> \new GrandStaff \relative c' << \new Staff { \clef violin { c d e f g a b }}
\new Staff { \clef bass { c, b a g f e d }}
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