Welche Instrumente nahmen bei den Griechen den höchsten Rang ein?

Aus Radl.at

Wie von einem so hochentwickelten Kulturvolk nicht anders zu erwarten, die Saiteninstrumente und unter diesen wieder nicht die grössten, am meisten der Tonfülle fähigen, sondern vielmehr kleine Instrumente mit beschränkter Saitenzahl und von offenbar nur kleinem Ton: die Lyra und Kithara.

Die den Griechen von den Ägyptern oder direkt von den Assyrern übermachte Lyra entwickelte sich zu einem geschmackvoll und zierlich gebauten Instrument, bestehend aus einem Resonanzkörper von der Form einer Schildkrötenschale, aus dem sich zwei geschwungene Arme oder Säulen erhoben; von dem diesen oben verbindenden Querholz liefen die Saiten über den Resonanzkörper. Es scheint, dass die Kithara sich von der Lyra nur durch die Form des Schallkörpers unterschied, welcher bei ersterer flach und viereckig war und sich von den Seiten direkt in die Arme fortsetzte; der Boden des Resonanzkörpers wurde beim Spielen gegen die Brust gehalten (das Instrument also vornüber geneigt). Die Lyra wurde dagegen aufrecht unterm Arm oder zwischen den Knieen gehalten.

Beide Instrumente sind wahrscheinlich ursprünglich identisch; grössere Arten hiesen auch Phorminx, kleinere Chelys. Ursprünglich soll die Lyra (Kithara) nur vier Saiten gehabt haben, Terpander vermehrte die Saitenzahl auf sieben, Phytagoras fügte die achte, Theophrast von Pieria die neunte, Jon und Hystidos die zehnte, Timotheus die elfte und Pherekrates die zwölfte Saite hinzu. Zuletzt erhielt und behielt das Instrument achtzehn Saiten. Dieselben waren aus Därmen oder Sehnen gedreht und wurden mit einem Plektron gespielt.

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